Bergen mit Bergen! Ausflug in den hohen Norden

Leute, mein Leben ist gerade so aufregend, dass ich kaum noch dazu komme, von meinen Trips zu berichten. Trotzdem, heute lege ich mal einen Bürotag ein.
Von 19. bis 22. September war ich mit Johanna und ihrem Neffen Stefan on tour. Die beiden machen einmal im Jahr eine Art Städtereise zusammen. Johanna hatte ich über twitter kontaktiert, weil sie viel über Bergsport berichtet und selbst viel outdoor unterwegs ist. Ganz keck fragte ich an, ob sie mich mal am Wochenende mitnimmt. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie platt ich war, als sie mir antwortete: „Lieber Xaver, ich fliege am Wochenende nach Bergen, Norwegen, und würde dich gerne mitnehmen!"

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Meine erste Flugreise! Mein erstes Mal in Norwegen! Mein erstes Mal in einem Fjord! Mein erstes Mal in Kronen und nicht in Euro bezahlen! Ich war so nervös und voller Vorfreude, dass ich in der Nacht vor der Abreise bei Johanna am Sofa gar nicht schlafen konnte. Donnerstag in aller Herrgottsfrüh ging's los. Mit der S-Bahn zum Flughafen München. Von dort erst mal nach Frankfurt und dann nach Bergen. Dass ich am Flughafen Freia, eine Freundin von meinem Frauchen, getroffen habe bzw. sie mich im Außennetz von Johannas Rucksack erkannt hat, war schon mal der Hammer und für mich ein Zeichen, dass die Reise unter einem guten Stern steht. In Bergen angekommen, bezogen wir unser Zimmer mitten in der Stadt . Genauer gesagt, in ihrem historischen Teil, dem Hanseviertel , das Bryggen heißt. Das Radisson Blu Hotel war ein cooler Platz für uns. Sehr zentral gelegen, sehr schön eingerichtet. Und das Frühstück erst!

Am Donnerstag waren wir dann in der Stadt selbst unterwegs. Johanna wollte unbedingt zum Hafen, weil dort jeden Tag ein Schiff aus der Hurtigrutenflotte nordwärts Richtung Kirkenes startet. Die Hurtigruten-Schiffe sind ein Wahrzeichen Norwegens. Man hat mir erzählt, dass eine Reise auf diesen Schiffen die schönste Seereise der Welt sein soll. Das wäre auch mal was für mich! Entlang der Fjordküste in den Norden schippern. Vorbei an den Inselgruppen der Lofoten und Vesterålen bis rauf an die russische Grenze, weit nördlich des Polarkreises. Ach, es gäbe noch so viel zu erleben!

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Am Freitag war „Bergtag" in Bergen. Mit der Fløibanen, einer Standseilbahn, die nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt war, ging es auf den 320 m hohen Fløyen. Die Bahnfahrt an sich war schon ein Erlebnis! Oben angekommen eröffnete sich uns eine geniale Aussicht und ein riesiges Wandernetz. Johanna und Stefan waren dann am Ende über sechs Stunden mit mir beim Wandern auf dem gigantischen Hochplateau über der Stadt Bergen. Die Aussicht war immer fantastisch. Das Wetter auch. Wäre uns nicht die Zeit davongelaufen, hätten wir noch den Ulriken bestiegen. Er ist mit seinen 643 m der höchste von sieben Bergen, die der Stadt ihren Namen gegeben haben.

Abends sind wir noch durch Bryggen gelaufen, haben uns die süßen, uralten und zum Teil völlig schiefen Holzhäuser angeschaut – die deshalb abgestützt werden müssen –, und anschließend Fish & Chips in einer Hafenkneipe genossen. Und: Wir sind über den berühmtem Fischmarkt gelaufen, wo ich sogar Walfischfleisch probiert habe! Für den nächsten Tag buchten wir im Tourismusamt eine Fjordfahrt. Der Wetterbericht war nicht gerade vielversprechend.

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Obwohl es die ersten beiden Stunden heftig geregnet hat, genossen wir die Fahrt durch die Fjorde. Wir hatten ja gute Regensachen dabei, standen also bei Wind und Wetter die ganze Zeit auf Deck und haben viele Bilder gemacht. Ich liebe Norwegen! Bergen ist eine richtig coole Stadt. Ziemlich international. Das kommt natürlich vom Hafen, in dem riesige Passagierschiffe anlegen. Aber auch, weil es eine große Universität in Bergen hat, an der viele Erasmusstudenten ein Auslandssemester einlegen. Beim Bergsteigen auf dem Fløyen haben wir uns lange mit einer Musikprofessorin aus Wien unterhalten, die in Bergen Studenten in Gesang unterrichtet.

Was mir außerdem besonders aufgefallen ist: Die Norweger sind extrem sportlich und lieben es, outdoor aktiv zu sein. Es wimmelte nur so von Joggern, Radfahrern und Wanderern. Sogar den Kinderwagen schieben sie die Berge hoch. Überhaupt ist das Draußensein in Norwegen ein Lebensgefühl. „Friluftsliv" – heißt: eins mit der Natur sein. Und stellt Euch vor, man kann – ich glaube, es war in Oslo – dieses Fach sogar an der Uni studieren! Vielleicht sollte ich ja mal ein Auslandssemester einlegen und „Friluftsliv" schnuppern?

Neben den beiden Highlights – Wandern und Fjordfahrt – haben wir auch die restliche Zeit in Bergen sehr genossen, uns einfach in der Stadt ein wenig treiben lassen. Ganz ohne Stress. Eine Lieblingsbar hatten wir auch. Ganz in der Nähe unseres Hotels: „Madame Felle" hieß der Laden mit Blick aufs Wasser. Dort gab es zur Happy Hour alle Gerichte reduziert. Das war wichtig, denn ich habe mir sagen lassen, dass Bergen, wie ganz Norwegen, ziemlich teuer ist.

Im Museum waren wir auch. Und wir haben gaaaaanz viele Fotos gemacht. Die kleinen bunten Häuschen von Bryggen laden einfach dazu ein. Sogar nachts sind wir einmal losgezogen, um zu knipsen.

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Mit Johanna habe ich mich so gut verstanden, dass wir bereits eine weitere Reise zusammen planen. Am 18. Oktober fahren wir beide nach Brixen, Südtirol. Dort findet zum fünften Mal der International Mountain Summit statt. Ich werde Euch von dort natürlich auch wieder berichten.

In diesem Sinne:
Alt vil ordne seg! Das habe ich in Norwegen gelernt, und es heißt: Alles wird gut!
Euer frequent traveller, Xaver!

Globetrotter
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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)