Wintercampen mit Eisbären. Xaver im fränkischen Alaska.

Um mit Selbstverständlichkeiten zu beginnen: Ich bin ein harter und wuider Hund. Und das habe ich jetzt wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach zweieinhalb Tagen Wintercampen im fränkischen Alaska, dem Kremnitztal im Frankenwald, macht mir so schnell keiner mehr was vor.

Jedes Jahr am letzten Januar-Wochenende gibt's das Wintertreffen von Lauche & Maas. Da rotten sich menschgewordene Eisbären bei Minusgraden zum Zelten zusammen. Klar, dass ich da nicht fehlen durfte, oder? Torben vom Wandervideoblog hatte glücklicherweise ein Einsehen und hat mich mitgenommen.

Los ging das Abenteuer logischerweise mit dem Aufbau des Zeltes. Da fiel noch kein Schnee, und es war bei - 1° praktisch pudelwarm. Ehrensache, dass ich tatkräftig mitgeholfen habe. Deshalb ging auch alles ganz schnell, und wir konnten schon bald das fertig aufgebaute Zelt genießen, glücklich zu denen rauslächeln, die noch immer voll beschäftigt waren, und einen Sonnenuntergang im herrlichen Kremnitztal bewundern. Schon der allein ist ja eine Reise wert!
Wintercampen im Frankenwald

Zelt ist aufgebaut

Während des Camps war Torben gelegentlich unterwegs und hat mich im Zelt zurückgelassen, damit ich es gut bewache. Hat er sich zumindest so gedacht. Ich hab mich natürlich sofort rausgeschlichen und bin durchs Camp gestreunt. Dabei hab ich die unterschiedlichsten Outdoor-Typen kennengelernt und auch gleich neue Freunde gefunden:

neue Freunde

Mit meinem neuen Kumpel bin ich dann weiter von Zelt zu Zelt gezogen, und wir haben uns nach allen Regeln der Kunst durchgefuttert. So viele Würstchen und so viel Glühwein waren definitiv noch nie in meinem Magen. Pappsatt und glücklich sind wir am Ende zurück in unsere Zelte getappt, damit niemand was von unserem Ausflug mitbekommt. (Ähm, Torben, solltest Du das jetzt lesen, kann ich zu meiner Verteidigung leider nur sagen: Ein Hund muss tun, was ein Hund tun muss.)

Als Torben wiederkam, hab ich mir, als wär nix gewesen, noch mal eine Portion Essen abgeholt und mich bald ins Zelt verzogen. Die erste Nacht dachte ich noch: „Haha, diese Camper wollen Eisbären sein, dabei pennen sie alle im Schlafsack." Selbstverständlich hab ich mich unbedeckt zusammengerollt. Wo kämen wir denn da hin!
Dummerweise kamen wir dahin, dass ich erbärmlich fror und in der nächsten Nacht doch den Schlafsack akzeptiert hab, den Torben netterweise für mich mitgenommen hat:

Foto 4

Und am nächsten Morgen war ich verdammt froh darüber! Die Nacht brachte doch tatsächlich - 6°und ordentlich Schnee. Und dementsprechend sah das Zelt dann auch aus:

Lauche & Maas Wintertreffen

Erst dachten schon alle, ich finde das Zelt nicht mehr, aber da wurde natürlich mal wieder mein Orientierungssinn unterschätzt.

So konnte ich meine Mitnehmer problemlos von meinen Qualitäten als harter Hund überzeugen. Und das war gut so. Am Ende des Wochenendes haben sie mir nämlich verraten, dass ich die ganze Zeit eine Prüfung abgelegt habe: Wintercamping als Einstellungstest für ein Video-Volontariat. Zu meiner Freude habe ich bestanden und konnte gleich mein Volontariat beginnen. Aber das ist eine andere Geschichte, die gibt's beim nächsten Mal.

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)