Senkrecht ins Eis. Zwei coole Frauen und ihr Buch.

Stellt Euch vor, meine Lieblings-Jo hat ein Buch geschrieben! Und was für eins! Nämlich über Ines Papert, Ihr wisst schon, die weltberühmte Eiskletterin. Und ich sag Euch, die Ines scheint eine dermaßen patente Frau zu sein, dass ich sie wahrscheinlich zu meiner Lieblings-Ines ernennen muss.

Vertikal: Ines Papert - In den steilsten Wänden der WeltIn Vertikal: Ines Papert - In den steilsten Wänden der Welt lernt man sie echt gut kennen. Los geht's gleich mit ihren Anfängen als Eiskletterin. Ines, die da schon länger geklettert war, ist einfach eines Tages mit ganz alten Schuhen zu einem Eiskletter-Weltcup gefahren, nur mal so zum Ausprobieren – und war gleich richtig gut. Insgesamt wurde sie in den nächsten Jahren viermal Weltmeisterin und hat dreimal den Gesamtweltcup gewonnen. Mit ihrem neuen Lieblingssport begonnen hatte sie eigentlich nur, weil sie kurz vorher Mama vom kleinen Manu wurde und erstmal nicht mehr auf große Expeditionen gehen wollte.

Wer jetzt meint, schon der Anfang dieser Karriere wäre spektakulär, der hat den Rest vom Buch noch nicht gesehen. Da kann man sich nämlich mit traumhaften Bildern und ganz persönlichen Texten auf tolle Reisen mitnehmen lassen: Höhenbergsteigen in Indien, Eisklettern in Kanada, Winterklettern in Schottland (nicht bei Reif, sonst zählt's nicht!), die erste große Reise zusammen mit Manu in die Mongolei – und immer wieder die Eröffnung von neuen Routen, mal in Norwegen, mal auf Baffin Island oder in sonstigen entlegenen Winkeln dieser Welt.

Eines meiner Lieblingskapitel dreht sich um das Eisfest in China. In Harbin wird jedes Jahr eine ganz Stadt nur aus Eis aufgebaut. Die Johanna hat mir von diesem unglaublichen Event schon mal erzählt: Sie hat die Ines wohl dazu inspiriert, dorthin zu fahren, und die war gleich ganz begeistert. Weniger begeistert waren dann alle von dem zwangsläufig folgenden Behördenmarathon. Aber die zwei Super-Ladys haben natürlich auch das hinbekommen und sind gemeinsam nach China gefahren. Die Fotos von der Stadt allein sind schon irre, doch wenn Ines sich dann ganz lässig am Dach von so einem 20-Meter-Türmchen entlanghangelt oder sich in der Nacht an den bunt erleuchteten Eisskulpturen hochschraubt, schlägt das wirklich alles!

Neben diesen Einblicken in ihre aufregenden Abenteuer haben mir auch die Geschichten über die Menschen in Ines' Umfeld, ihren Sohn und viele Freunde, gut gefallen. Und auch ihre Berichte davon, wie schwierig es ist, auf Expeditionen manchmal wochenlang auf engstem Raum mit anderen zu leben. Erzählt einem ja sonst keiner. Es muss echt toll sein, überall auf der Welt Menschen zu kennen, mit denen man seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann. Hoffentlich darf ich das auch mal von mir sagen!

Jetzt will ich aber erst mal die Ines kennenlernen, höchstpersönlich. Tja, und da bleibt mir wohl nur übrig, meinen besten Hundeblick aufzusetzen und ganz laut zu jaulen. Vielleicht erhört mich ja meine Jo ...?

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)