Paradies für kleine Kletterer. Xaver besucht das Heavens Gate.

„Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendliche Gipfelstürmer werden können." Wegen dieses Satzes von Ulli, der Trainerin, hat es mich diesmal nach drinnen verschlagen. Ich war mit Kindern, denen die meisten keine Gipfelstürmerqualitäten zutrauen würden, in München beim Klettern.

Kennt Ihr das Heavens Gate? Das ist die Kletterhalle im ehemaligen Kunstpark Ost. Und genau da war ich, weil die Ulli dort für den Verein IG Klettern München & Südbayern e.V. regelmäßig mit Kindern, denen es nicht so gut geht, zum Klettern antritt. Am Mittwoch klettern hier immer fünf Kinder von der „Friedel-Eder-Schule für Seelenpflege-bedürftige Kinder e.V.". Die Kinder gehen in die dritte Klasse und sind geistig behindert. Seit Anfang des Schuljahrs kommen sie einmal pro Woche mit ihrem Lehrer und einer Helferin ins Heavens Gate. Als ich gehört habe, dass mich die Kinder gern einmal bei ihrer Stunde dabeihätten, hab ich mich natürlich ganz schnell nach München bringen lassen.

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Und schon war ich mittendrin. Als wir die Ausrüstung angezogen und noch mal gegengecheckt hatten, ging's in die Wand. Viele der Kinder haben zuerst Angst vorm Klettern und besonders vor der Höhe – tja, das kann ich gut verstehen! Darum klettert einfach jeder, so hoch er mag. Manche zwei Meter, manche acht Meter: Alles ist okay.
Ganz wichtig ist übrigens, dass jedes Kind sowohl klettert als auch sichert, obwohl ein Erwachsener als zweiter Sicherer immer dabei ist. Das gefällt mir. Schließlich gehört das Sichern zum Klettern einfach dazu.

Ich bin immer noch ganz aufgeregt, weil ein paar ganz tolle Sachen passiert sind. Zum einen hat ein Junge meinetwegen seine Höhenangst vergessen. Ist das nicht genial? Er hat sich plötzlich viel mehr zugetraut – bloß weil ich dabei war. Da bin ich echt stolz wie Bolle! Und dann hat mir die Ulli noch erzählt, dass sich gerade eben ein Junge aus der Gruppe zum ersten Mal bis ganz nach oben zur Kante getraut hat.

Keine Höhenangst mehr

Ich bin ja wirklich gespannt, wie es mit der Gruppe weitergeht. Die erste Gruppe aus der Waldorfschule, die bei der Ulli geklettert ist, ist mittlerweile mit der Schule fertig, klettert hier aber immer noch zusammen. Die sind richtig fit und haben über das Klettern auch nach der Schule noch Kontakt zueinander.

Soziale Projekte gibt es im Heavens Gate schon seit 2010. Manche der Kinder und Jugendlichen sind behindert, einige sind Flüchtlinge, die ganz allein nach Deutschland gekommen sind, und andere sind an Krebs erkrankt. Oft dürfen auch die Geschwister der behinderten oder kranken Kinder zum Klettern kommen. Die Ulli hat mir nämlich erzählt, dass es für die Geschwister oft ganz schön schwer ist, weil alle Großen fast nur auf den Bruder oder die Schwester schauen, der es gerade oder vielleicht schon immer so schlecht geht.

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Ich finde jedenfalls, das ist ein richtig gute Sache, die die Leute im Heavens Gate da machen.
Ach ja, und wenn Euch das Heavens Gate und seine Projekte auch interessieren, schaut doch einfach mal auf ihrer Webseite vorbei!

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)