Mit Nadelspiel im Pulverschnee. Xaver bei Bergwolf und frånz strick.

Pünktlich mit dem Sturmtief „Xaver" bin ich als echter Xaver bei Andrea und Wolfgang angekommen. Die haben sich zwar ein bisschen gewundert, wie ich das bei dem Schneesturm überhaupt geschafft habe, aber da kannten sie mich halt noch nicht und hatten keine Ahnung, was für ein unbezwingbar mutiger Hund ich bin!

Die ersten beiden Tage war dank meines unerwünschten Namensvetters also erst mal Indoor-Programm angesagt, was gar nicht sooo schlimm war angesichts der wirklich guten Auswahl an Weihnachtsplätzchen. Ich hab mich einfach mit den Kindern beim Legospielen amüsiert und mich mit der Pina, der charmanten Labrador-Retriever-Hündin von Andrea und Wolfgang, angefreundet.

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Am Wochenende hat es dann endlich aufgeklart, und alle haben sich für die erste Tour bereit gemacht. Wolfgang mit dem beeindruckenden Beinamen Der Bergwolf hat als erfahrener Bergführer und –retter gleich klargestellt, dass angesichts der großen Einwehungen die Lawinengefahr für die richtig hohen Touren zu groß ist. Also wurde es ein mit 2472 m nicht-ganz-hoher, aber doch „richtiger" Tauerngipfel: der Rührkübel im Raurisertal. (Ja, der heißt wirklich so!)

Bei bedecktem Himmel sind wir gestartet – doch je höher wir kamen, desto schöner wurde es. Zwischenzeitlich haben wir natürlich auch gerastet und den vielen Schnee genossen. Die Pina wäre einmal fast versunken und ist ein bisserl zurückgefallen, aber als wir uns dem Gipfel näherten, wurde sie immer eifriger, bis sie mich die letzten Meter samt Rucksack praktisch allein hinaufziehen wollte.

Und dann: der Gipfel. Ein richtig schöner nämlich mit ein paar Klettermetern ganz zum Schluss und einem tollen Panorama: die ganze Goldberggruppe hat man da im Blick und ganz hinten erkennt man sogar den Großglockner.

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Das Klettern auf dem schneebedeckten und vereisten Gipfel-Zapferl ist natürlich nicht ganz ungefährlich – und der Bergwolf hat mich daher logischerweise ans Seil genommen.
Die Abfahrt war dann auch noch der reine Genuss. Pulverschnee, unverspurte Hänge und ich auf dem besten Platz – ich durfte oben aus dem Rucksack rausschauen –, während die Pina fröhlich hinterhergejagt ist.

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Na ja, und weil ich schon mal zu Besuch bei frånzstrick war – dem genialen Handstricklabel von der Andrea, die mir auch meine wunderbaren Hauberl beschert hat –, musste ich mir das mit dem Stricken selbstverständlich auch noch anschauen. Ich hab's sogar selber probiert, denn ein hartgesottener Abenteurer wie ich schreckt ja vor nix zurück, aber ehrlich, das war echt nicht einfach, so ohne Daumen! Und dazu noch die vielen Nadeln und das ganze Wollgewurle ...
Am Ende bin ich dann total erschöpft in der Wollkiste eingeschlafen.

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Doch weil's so schön war, hab ich mich bei den zweien ganz spontan selber eingeladen, und nun darf ich über Weihnachten bleiben und vielleicht auch noch mal mit auf Tour! Bei solchen Aussichten würd sich ja jeder scheckig freuen – und erst recht tut das
Euer Xaver!

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)